Wie gibt man einen Wertpapierauftrag richtig auf?

Wertpapierauftrag

Mehrmals habt ihr mir bisher die Frage gestellt, wie man einen Wertpapierauftrag für eine Aktie oder ein anderes Wertpapier richtig aufgibt und worauf man dabei achten sollte. Auch in diversen Facebook-Gruppen ist diese Problematik immer wieder ein Thema, sodass ich den Komplex mit dem heutigen Blog-Artikel gerne aufgreifen möchte.

Welche Angaben werden für einen Wertpapierauftrag benötigt?

Wenn du eine Aktie oder ein anderes Wertpapier kaufen möchtest, macht es heutzutage Sinn das über das Internet zu tun. Du kannst zwar einen Wertpapierauftrag auch telefonisch erteilen, in den meisten Fällen kostet dies jedoch deutlich mehr. Falls Du, wie ich auch, gebührenbewusst handeln und unnötige Gebühren vermeiden möchtest, kannst Du das ganz einfach selbst online erledigen.

Bei Interesse kannst Du hier eine Demo für die Einstellung eines Wertpapierauftrages durchlaufen. Wie die Demo gezeigt hat, musst Du in der Regel folgende Angaben machen, wenn Du einen Wertpapierauftrag erteilen möchtest:

a) Welches Wertpapier Du kaufen möchtest,

b) die Anzahl der Stücke, die Du kaufen möchtest oder der Nominalwert,

c) die Angaben zu einem Limit.

Kürzlich hat der Value-Investor, Finanzblogger und Buchautor Till Schwalm sein Buch Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing* veröffentlicht und darin genau dieses Thema in einem eigenen Kapitel angesprochen. Till hat bereits sehr schön und umfassend erklärt, was es zu beachten gilt, wenn Du einen Wertpapierauftrag erteilen möchtest. Ich glaube nicht, dass ich das besser gekonnt hätte und möchte Dir deshalb gerne die Schlüsselpunkte aus diesem Kapitel vorstellen. Am Ende des Artikels findest Du eine kurze Einschätzung zu dem Buch, die hoffentlich etwas aussagekräfter ausfallen sollte, als die weit verbreiteten Das-Buch-ist-gut-geschrieben-Rezensionen. 

„Mein Name ist Till Schwalm. Ich komme aus einer Unternehmerfamilie und habe die Grundlagen des wirtschaftlichen Zusammenlebens am Küchentisch gelernt. Seit dem Verkauf des Verlages meines Vaters verwalte ich einen grossen Teil der familieneigenen Finanzen – mit Erfolg. Ich liebe Aktien und das Aktieninvestment. Nach meinem Studium an der Universität St. Gallen (Schweiz) habe ich mehr als vier Jahre für die LOYS AG, die der Investmenttradition des hanseatischen Kaufmanns anhängt, als Analyst gearbeitet. Dieses Jahr habe ich den Entschluss gefasst, mich selbstständig zu machen und mein Wissen auch in den Dienst Dritter zu stellen.“

Hier geht es zu Till’s Blog: gewinnbringend-investieren.de

Man sollte ein Wertpapier nicht ständig kaufen und verkaufen, sondern Methoden zum langfristigen Handeln erarbeiten

Falls Du nun vermutest, dass es hier schon wieder, um das auf diversen Finanz-Webseiten viel beackerte Thema Investieren oder Spekulieren geht, liegst Du falsch. Till bezeichnet das Aufgeben einer guten Order etwas poetisch als eine Kunst für sich, als einen Tanz mit dem Markt, wo es auf die richtige Abwägung zwischen aggressivem und zurückhaltendem Vorgehen ankommt. Diese Balance sei besonders für illiquide Nebenwerte wichtig, da bereits kleinere Aufträge spürbare Auswirkungen auf den Gesamtmarkt haben können. „Kontrollierte Offensive“ würde Otto Rehhagel sagen.

Um gezielt einen Wertpapierauftrag (oder auch Wertpapierorder) aufzugeben, benötigst du Geduld und die richtige Kontrolle der Emotionen. Du musst diszipliniert vorgehen. Die richtige Ausführung ist die letzte Hürde des Auswahl- und Kaufprozesses eines Wertpapieres und stellt damit eine imaginäre Grenze dar, an der sich entscheidet ob du Aktionär oder kein Aktionär bist. Vor dem Übertritt solltest Du demnach noch einmal kurz innehalten und die Situation überdenken. Keinesfalls solltest du ständig von der einen auf die andere Seite hin und her wechseln.Um das zu verhindern, schlägt Till zwei mögliche Methoden vor:

 

Definiere einen festen Handelstag in der Woche

Würdest du zum Beispiel den Donnerstag als festen Handelstag etablieren, könntest du von Freitag bis Mittwoch überlegen, welche Papiere ge- oder verkauft werden sollen und nur am Donnerstag den Auftrag wirklich erteilen. Der Vorteil bestehe darin, dass du nicht zum Spielball des Marktes würdest und somit verhindern kannst, plötzliche und kurzfristige Kursturbulenzen als Ein- oder Ausstiegsmöglichkeiten zu sehen. Denn die meisten Nachrichten, die den Kurs stark beeinflussen, wirken länger als einen Tag.

Oft sieht man, dass auf starke Kursbewegungen am nächsten Tag ähnlich starke Gegenreaktionen folgen. Dies birgt die Gefahr anzunehmen, dass du eine günstige Gelegenheit verpasst haben könntest. Meistens fällt eine Aktie jedoch noch viel länger in dieselbe Richtung, sodass ein überhasteter Ein- bzw. Ausstieg überhaupt nicht angebracht ist.

Hierzu bemüht Till als Beispiel den Dieselgate-Skandal bei VW. Selbst wenn man sich zuvor viele Jahre mit dem Unternehmen beschäftigt habe und glaubt, die Produkte, die Märkte und das Geschäft zu verstehen, können Investoren den Umfang und die Konsequenzen einer solchen Nachricht nicht innerhalb eines Tages erfassen.

Wenn Du wertorientiert investierst, wirst Du geneigt sein, Dich direkt gegen den Markt zu stellen und es besser wissen zu wollen. Es schadet jedoch nicht, erst einmal abzuwarten. In der Verarbeitung kurzfristiger Nachrichten sei der Aktienmarkt sehr effizient, so dass Du Dir sicher sein solltest, langfristig mit deiner Einschätzung zu dem Unternehmen richtig zu liegen.

Nur wenn der Markt einen Fehler macht und die langfristige Perspektive des Unternehmens weiterhin intakt ist, liegt eine tatsächliche Einstiegsmöglichkeit vor.

Nach einem Kursverlust von 40 Prozent hat sich Till selbst auch für die VW-Aktie interessiert und sich aber erst einmal ein Kaufverbot für drei Monate auferlegt. Selbst nach dieser Frist habe er jedoch die Situation nicht umfassend einschätzen können, sodass er damals auf einen Kauf verzichtet habe.

 

Tranchiere deinen Einstieg in eine Aktie

Eine weitere Methode zur Verhinderung von wildem Hin- und Her beim Einstieg in eine Aktie, liege darin, den Einstieg in mehreren Tranchen vorzunehmen. Du tätigst Deine gesamte Investition also nicht mit einem Wertpapierauftrag, sondern stückelt sie in mehrere Aufträge. Weil es selten möglich sei, den absoluten Tiefpunkt zu treffen, habe man so noch eine Reserve für einen Nachkauf zur Verfügung. Berücksichtigen solle man hierbei die Auswirkungen der Handelskosten.

Bei einer Order über 3000 Euro schlägt Till beispielhaft folgende Aufteilung vor: Ist der Ziel-Einkaufskurs erreicht, kauft man Anteile für ein Drittel des zur Verfügung stehenden Betrages. Fällt die Aktie dann um 20 Prozent, wird ein Nachkauf für ein weiteres Drittel getätigt. Das letzte Drittel wird dann investiert, wenn die Aktie um weitere 50 Prozent vom bisherigen Durchschnittskurs fallen würde.

Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass Du so das sehr unangenehme Gefühl weitgehend vermeiden kannst, dass sich einstellt, wenn Deine Aktie um 50 Prozent nachgibt und Du Dein gesamtes Kapital für die Investition bereits aufgebraucht hast. In diesem Fall müsste sich die Aktie mehr als verdoppeln, damit Du im Plus bist. Besonders Anfänger nehmen diese Verdopplung nach einem Tief zum Anlass, die Aktie zu verkaufen, da sie sich im Kopf den Zielkurs von 100 Euro als Anker gesetzt haben. Verluste wiegen in unserer Psyche stärker als Gewinne. Wir ärgern uns mehr über Verluste als wir uns über Gewinne freuen und wollen unter allen Umständen einen erneuten Verlust vermeiden.

Je illiquider ein Wertpapier ist, umso wichtiger ist ein Kurslimit

Weiterhin solltest Du Dich mit der Wahl des richtigen Kurslimits beschäftigen. Je illiquider ein Wertpapier ist, desto wichtiger ist es ein Limit zu setzen. Bei großen Unternehmen kannst Du problemlos darauf verzichten und einfach bei entsprechendem Zielkurs möglichst billig kaufen oder teuer verkaufen.

Bei kleineren Unternehmen, wo die Nachfrage nach der Aktie nicht besonders hoch ist, ist der angegebene Kurs erstmal nur ein theoretischer. Der Börsenhändler kann den Geld-Kurs bei Ordereingang noch ändern und nimmt oft den Kurs, zu dem er tatsächlich einen interessierten Abnehmer bzw. Anbieter findet.

Eine Limit-Order beschreibt dabei einen Kauf- oder Verkaufsauftrag an der Börse mit einer preislichen Ober- (Kauf) oder Untergrenze (Verkauf). Dieses Limit muss unter Umständen mehrmals angepasst werden, sollte das System mit dem Geld-Kurs nachziehen. Hier gilt es, den Markt genau zu beobachten.

Keine Limit-Aufträge mit langer Laufzeit platzieren

Zur Gültigkeit einer Order gibt Till den Hinweis, dass nach seiner Erfahrung, viele Anleger aus Faulheit langlaufende Limit-Aufträge erteilen, die dann auch noch weit vom aktuellen Kurs entfernt liegen. „Weit entfernt“ definiert er mit mehr als 5 Prozent. Es mache mehr Sinn, mit einem Auftrag zu warten, bis der Zielkurs erreicht sei und erst dann einen Limit-Auftrag einzustellen, bei dem die Wahrscheinlichkeit höher sei, dass sie auch ausgeführt wird. Ansonsten laufe man Gefahr, eine Übernahme oder Gewinnwarnung zu verpassen.

Dazu berichtet er zum Schluss des Kapitels aus seiner eigenen „faulen“ Anfangszeit als Investor von einer Situation, in der er wegen einer langlaufenden Limit-Order auf die Nase gefallen ist:

„Vier Wochen vor der Übernahme von Aleo Solar durch Bosch hatte ich (am Anfang des Monats) eine Order ultimo (bis Ende des Monats) zum Verkauf geschrieben. Sie war gut 10 Prozent über dem aktuellen Kurs. Am letzten Tag meines Auftrags, am 31.07.2009, schoss die Aktie hoch, ich habe zu meinem Limit verkauft und ca. 30 Prozent Rendite verpasst, da nach Börsenschluss das Übernahmeangebot veröffentlicht wurde.“

Wenn Till mit seinem Buch dein Interesse geweckt hat, kannst Du Dich weiter unten gern noch weitergehend informieren.

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Bild: © panthermedia /Faithie

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Die hier vorgestellten und besprochenen Geldanlagen befinden sich teilweise in meinen privaten Depots oder auf der Beobachtungsliste. Alle Beiträge dienen lediglich der Information oder der Unterhaltung. Sie stellen ausdrücklich keinerlei Empfehlung oder Kaufaufforderung dar. Ich leiste keine rechtsgeschäftliche Anlageberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Dies gilt für sämtliche Kommunikationswege. Bei den hier erläuterten Anlageentscheidungen handelt es sich um meine subjektive Meinung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, die bis zum Totalverlust führen können. Eine Haftung für eure Anlagenentscheidungen kann ich nicht übernehmen. Ihr handelt eigenverantwortlich und auf eigene Gefahr. Vor einer Anlageentscheidung empfehle ich euch die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung.

Bücher

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Einfach Investieren

Grundlagen des Value Investing

von Till Schwalm

“Kaufe einen Dollar, aber bezahle nicht mehr als 50 Cent dafür.”Warren Buffett hat die Anlage-Philosophie hinter dieser so einfach klingenden Devise zu einem der reichsten Menschen unserer Zeit gemacht: Value Investing – das von Benjamin Graham um 1949 entwickelte Prinzip revolutionierte das Anlegerverhalten und stellte Geldanlage erstmals auf eine wissenschaftliche Grundlage.

Der Finanzanalyst Till Schwalm zeigt mit “Einfach Investieren”, wie jeder Privatanleger von den erfolgreichen Strategien von Warren Buffett & Co. profitieren kann. Er erläutert die Grundlagen, gibt konkrete Tipps und hilft bei den ersten Schritten an der Börse. Die Grundlagen des Value Investing kompakt für Einsteiger aufbereitet.

Die 216 Seiten seines Buches teilt Till in drei Abschnitte. Im ersten Abschnitt „Grundlagen des Investierens“ erklärt er, warum es wichtig ist, sich zu informieren, wie ein Value Investor die Börse, Aktien und Unternehmen sieht und warum es wichtig ist, sich auszutauschen. Hier arbeitet er zudem die Eigenschaften eines Value Investors heraus.

In seinem Mittelteil „Vorgehen beim Investieren“ erläutert er, dass Aktienkurse sich auch unabhängig von der Entwicklung eines Unternehmens bewegen können. Hierbei kann es sogar zu extremen Übertreibungen und auch Krisenszenarien kommen. Till beantwortet die Frage, wie man sich als Value Investor in solchen Phasen verhalten soll. Mit welchen Strategien kann man sich auf einen Crash vorbereiten? Auch wenn jeder Investor unterschiedliche Möglichkeiten und Fähigkeiten hat, gibt es allgemein gültige Regeln, die in der Vergangenheit zu Erfolgen führten.

Im letzten Teil „Analysen zum Investieren“ dreht sich alles um die Unternehmensanalyse. Du lernst hier ein Unternehmen zu verstehen, auf welche Fallstricke Du achten solltest. Auch findest Du dort verschiedene Modelle und Techniken nach dem Vorbild von Benjamin Graham, Phil Fisher und Warren Buffett, die Till seit Jahren selbst anwendet.

Er bewirbt sein Buch als ideal für Einsteiger. Auch wenn es ihm fast immer gelingt, seine Aussagen in einfache Worte zu fassen, finde ich, dass bei Dir erste Vorkenntnisse über die Börse und das aktive Investieren in Einzelaktien vorhanden sein sollten, damit die Thematik Dich nicht erschlägt. Ich mochte das Buch deswegen gerne lesen, weil Till nicht nur versprochen hat, einen praxisorientierten Leitfaden zu schreiben, sondern als einer der wenigen dieses Versprechen auch halten konnte.

4 Comments

  1. Meine Finanzielle Freiheit

    Hallo,
    Danke für den Artikel, den ich gerne gelesen habe. Gleichzeitig frage ich mich, ob der Ratschlag zu tranchieren so sinnvoll ist.
    Sicher ist, dass sich Dein Broker über diese Vorgehensweise freuen wird, da er z.B. Mindestkosten pro Trade jedenfalls verrechnet werden. Die Transaktionskosten sinken ja typischerweise mit höherem Volumen.
    Neben diesem Nachteil für Dich als Investor gibt es aber noch einen weiteren Grund: Letztlich versuchst Du mit dem Tranchieren den Markt zu timen. Du hoffst mit späteren Tranchen einen niedrigeren Kurs erzielen zu können. Das kann sein, muss aber nicht sein. Es könnte auch passieren, dass nie ein niedrigerer Kurs mehr eintritt. Zudem finde ich es etwas bizarr überhaupt jetzt zu kaufen, wenn Du ohnedies vermutest, dass der Kurs später sinken wird. Dann wärst Du ja besser dran, alles später zu kaufen, etc., etc.
    Gern möchte ich daher auf meinen Artikel zum Thema Tranchieren vs. „All In“ hinweisen: https://meinefinanziellefreiheit.com/2017/04/13/grosser-geldbetrag/
    Viele Grüße
    MFF

    1. Marco

      Hallo Lukas,

      ich bin mir sicher, dass Till noch auf deinen Kommentar eingehen wird. Da ich meine Investitionen teilweise auch tranchiere, möchte ich meinen Senf aber auch gerne dazu abgeben. Als langfristiger und wertorientierter Investor erarbeite ich mit meiner Analyse die Annahme, dass mein Investment weit in der Zukunft (z.B. in zehn Jahren) einen höheren Wert haben wird als heute. Und zwar einen deutlich höheren Wert, der auch die durchschnittliche Marktrendite übertrifft, denn sonst kann ich mir das aktive Investieren sparen. Ob der Wert in den nächsten drei, sechs oder zwölf Monaten höher oder niedriger ist, weiß ich nicht. Deswegen finde ich daran auch nichts bizarr, weil ich nicht davon ausgehe, wie sich so ein Kurs so kurzfristig verhält. Weder in die eine noch in die andere Richtung. Ich weiß es einfach nicht. Entwickelt er sich deutlich nach unten, kann ich meinen Einstiegskurs optimieren. Auch wenn es schwer bis unmöglich ist, den optimalen Kurs zu treffen, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dem optimalen Einstieg so nahe wie möglich kommen zu wollen. Steigt der Kurs nach meinem Einstieg, bin ich immerhin mit einem Teil dabei. Das ist besser als nicht dabei zu sein. Die Wahrscheinlichkeiten, die du in deinem Artikel anführst, kann ich leider als Beleg nicht anerkennen, weil mir die Herkunft der Werte nicht klar ist. Auch die durchschnittlichen 7 Prozent Marktrendite taugen für diesen Vergleich nicht, da es eine Durchschnittsrendite ist, die ich als aktiver Investor zu übertreffen versuche und weil darin auch die Graupen enthalten sind. Und die vermeide ich ja nach Möglichkeit auch weitgehend. Ich finde, du solltest deine Aussage nicht in den aktiven Bereich herübertragen, da es auf diese Art nicht vergleichbar ist.

    2. Till Schwalm

      Unter reinen Tradingkosten-Gesichtspunkten hast du recht, dann macht tranchieren keinen Sinn.
      Entgegengesetzt zu deiner Annahme, tranchiere ich allerdings, weil ich nicht glaube den Markt timen zu können. Ich tranchiere, aus psychologischen Gründen. Ich glaube nicht daran, den Tiefpunkt zu treffen. Und wenn ich von vornherein alles Investieren, was ich bereit bin in einer Aktie zu halten und diese fällt von meinem Einstiegskurs 50% habe ich psychisch ein Problem. Kann ich dagegen meinen Einstiegskurs verwässern, ist alles gut. Steigt die Aktie ab dem Punkt, wo ich mit einer kleinen Summe eingestiegen bin, ist auch alles gut. Dann hätte ich zwar mit einem vollen Einstieg mehr verdienen können, aber vom psychologischen Aspekt ist es nicht so schlimm. Ich glaube aber, dass wenn man absolut risikoneutral denken kann und keine Emotionen beim Investieren mitbringt mit einer All In Strategie besser abschneidet. Ich habe aber festgestellt, dass der Weg des Tranchierens für mich persönlich und, was ich bisher gesehen habe, auch bei den meisten anderen Privatanlegern der bessere Weg ist, da diesen Anlegern die eigene Psyche oft im Weg steht.

  2. Till Schwalm

    Vielen Dank für den Beitrag!

    Sollte es Fragen an mich (den Autor von „Einfach Investieren“) geben, könnt ihr diese gerne auch hier direkt in den Kommentaren stellen und ich werde sie die nächsten Wochen beantworten.

    Beste Grüsse,
    Till Schwalm

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