Wie ich meine Strategie mit Wachstumsaktien ergänze

Wachstumsaktien-Internet-und-Technologiesektor

Dividendenaktien sind der größte und damit wichtigste Baustein meiner Vermögensbildung. Bis zu 70 Prozent meiner Aktieninvestments werden auf Grundlage einer Dividendenstrategie getätigt. In diesem Artikel möchte ich darauf eingehen, warum ich meine Aktienstrategie um einen zweiten Baustein erweitert habe. Ich habe festgelegt, dass bis zu 30 Prozent meines Kapitals, das für die Börse vorgesehen ist, in Wachstumsaktien von Top-Unternehmen aus dem Internet- und Technologiesektor oder einer anderen Zukunftsbranche investiert werden.

 

Inkonsequenz oder sinnvolle Ergänzung?

An mehreren Stellen meiner Blog-Einträge habe ich darauf hingewiesen, dass es absolut unerlässlich ist, eine Strategie zu verfolgen und dieser auch konsequent treu zu bleiben. Ist es dann nicht ein Widerspruch, verschiedene Ansätze miteinander zu verbinden und Wachstumsaktien hinzuzufügen?

Facebook, Alphabet, Amazon oder auch Netflix sind Wachstumsaktien. Sie bestimmen einen Großteil der Performance des S&P 500, denn diese vier Unternehmen bringen es gemeinsam auf eine Marktkapitalisierung von etwa 2,2 Billionen Euro. Damit sind die vier mittlerweile doppelt so groß, wie unsere 30 größten deutschen DAX-Unternehmen, die es gemeinsam nur auf 1,1 Billionen Euro bringen. Sie sind aber noch nicht so lange am Markt, um Dividenden zu zahlen.

Diese Unternehmen profitieren dafür in hohem Maße von modernen Trends wie Online-ShoppingTV-Streaming oder Online-WerbungFacebook und die Google-Mutter Alphabet sitzen auf einer gigantischen Datensammlung, die hinsichtlich der Werbeverwertbarkeit rosige Aussichten versprechen. Mit App-Schwergewichten wie Instagram und Whats-App von Facebook und Onlinediensten wie Youtube und Google Drive von Alphabet verfügen beide über eine überragende Produktpalette. Zudem besitzt Google mit 90 % aller Suchanfragen im Internet quasi ein Monopol. Netflix hat sich als erster Streaming-Anbieter erfolgreich mit eigenen Produktionen von Filmen und Serien zur Kundengewinnung positioniert. Und Amazon gelingt derzeit einfach fast alles und hat als Ziel nichts weniger als die Weltherrschaft ausgerufen.

Diese Unternehmen befinden sich noch in einer Phase, in der die Gewinne komplett im Unternehmen verbleiben und für weiteres Wachstum thesauriert werden. Eine Ausschüttung an die Aktionäre erfolgt, wenn überhaupt, erst viel später. Wenn ich mich ausschließlich auf die Dividendenstrategie konzentrieren würde, würde mir ein Großteil der gigantischen Chancen dieses technologischen Fortschritts und der Digitalisierung durch die Lappen gehen. Der digitale Wandel wird oftmals auch als Industrielle Revolution 4.0 bezeichnet. Daran möchte ich einfach mitverdienen.

Während einige klassische Unternehmen bereits seit über 100 Jahren eine Dividende zahlen, wurde Apple zum Beispiel erst 1976 gegründet. Der Börsengang fand Ende 1980 statt. Die ersten Anteilsscheine kosteten damals 22 Dollar. Erst nachdem die Finanzreserven im Jahr 2012 auf 100 Mrd. Dollar angestiegen waren, kündigte Apple an, eine Dividende zahlen zu wollen. In diesem Jahr war der Kurs von 420 auf 700 Dollar angestiegen. Das bedeutet, dass es 36 Jahre mit 3081 % Kurswachstum, aber ohne Dividende gegeben hat.

Ich würde diese Wachstumsaktien viel zu spät kaufen können, wenn ich die erste Dividendenzahlung als zwingendes Kriterium für einen Kauf abwarten müsste. Meistens ist ein großer Teil der Kursentwicklung bereits gelaufen, wenn die erste Dividende ausgeschüttet wird. Ich bin davon überzeugt, dass in solchen Unternehmen weiterhin enormes Zukunftspotential schlummert und solche Unternehmen irgendwann einen großen Teil des Planeten beherrschen werden. In sehr ferner Zukunft könnten sie auch von Wachstumsaktien zu verlässlichen Dividendenzahlern werden.

 

Wachstumsaktien schon zu teuer?

Der Nachteil könnte darin liegen, dass sich mit dieser Kombination keine absolute finanzielle Freiheit durch passives Einkommen erreichen lassen kann. Der Anteil von ca. 70 Prozent an Dividendenaktien ist zu wenig, um einen ausreichenden Dividendenstrom, zu generieren. Zumindest wenn man den kompletten Lebensunterhalt davon bestreiten möchte. Aber das war nie und ist auch nicht mein Ziel.

Mit den bisherigen Kursgewinnen haben diese Wachstumaktien bereits große Höhen erreicht. Die Fallhöhe wird damit immer bedeutsamer. Als Neueinsteiger in diese Wachstumsaktien überlegt man es sich besser einmal öfter, ob sich ein Investment noch lohnt. Teilweise weisen Wachstumsaktien ein extrem hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis auf. Dies gilt insbesondere für Amazon und Netflix.

Technologiewerte unterliegen oft relativ hohen Schwankungen. Läuft alles gut, legen diese Aktien meistens überproportional gut zu. In einem schwierigeren Marktumfeld tendieren Investoren eher dazu, sich von riskanten Aktien zu trennen und sich auf defensivere Anlagen zu konzentrieren.

Allerdings bin ich der Ansicht, dass man Alphabet, Amazon, Facebook, Netflix & Co nicht nach herkömmlichen Maßstäben bewerten darf. Das Potenzial der Digitalisierung und des Mega-Trends „Internet of Things“ ist in diesem Fall einfach zu enorm. Solange diese Branche wächst, dürfte sich der Kursaufschwung fortsetzen. Konsolidierungsphasen und selbst Korrekturen liegen an der Börse in der Natur der Sache und werden mich daher nicht verunsichern.

Das „Internet of Things“ bezeichnet die Vision einer globalen Infrastruktur, die es ermöglicht, physische und virtuelle Gegenstände miteinander zu vernetzen und zusammenarbeiten zu lassen. Dies geschieht mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnik. (Quelle: Wikipedia)

 

Klare Abgrenzung zum Strategiehopping

Man sollte nicht ständig von einer Strategie zur nächsten zu wechseln. Eine Vielzahl von Ansätzen zu kombinieren und nachzubilden, sollte nicht euer Ziel sein. Auch wenn ihr im Netz auf eine alternative Herangehensweise stoßen solltet, solltet ihr euch nicht jedes Mal verunsichern lassen und eure bisherige Strategie über den Haufen werfen.

Ich habe mich auf eine Aktienstrategie als Eckpfeiler festgelegt und möchte diese um ein bestimmtes Element ergänzen. Eine fertige Strategie ist auch immer ein stetiger Prozess. Wenn man es aber mit der Vermischung verschiedener Strategien übertreibt, könnten die einzelnen Stärken durch Unübersichtlichkeit abgeschwächt werden oder sich sogar gegenseitig aufheben. Der Aufwand wäre am Ende im Vergleich zu einer klar definierten Strategie auch viel zu hoch. Irgendwann wäre es auch keine Strategie mehr, sondern nur eine Suppe an Handlungsoptionen, die aus der Schwäche resultieren, eine klare Entscheidung zu treffen!

Der Aufstieg von Alphabet und Co steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung des Internets. Die Datenmengen, die heutzutage durchs Netz versandt werden, sind gigantisch. Auch wenn dies alles für uns mittlerweile selbstverständlich erscheint: das World Wide Web ist weiterhin ein Multimilliardengeschäft. Das muss man sich ab und an wieder bewusst machen. Man darf auch nicht vergessen, dass diese Firmen die Gewinner aus dem Platzen der Dotcom-Blase nach der Jahrtausendwende sind und den damaligen Niedergang überlebt haben. Die Top-Unternehmen aus dem Internet- und Technologiesektor haben und werden einfach zu sehr unser tägliches Leben beeinflussen, um daran nicht teilhaben zu wollen.

Es werden im Durchschnitt jeden Tag über 200 Milliarden E-Mails versendet, fast neun Milliarden YouTube-Videos – 100.000 in jeder Sekunde – aufgerufen und über vier Milliarden Suchanfragen an Google gesendet. Der globale tägliche Datenverkehr beträgt 2,3 Milliarden Gibabyte – das entspricht 1,2 Billionen Büchern (Quelle: Euro am Sonntag).

Wie seht ihr das? Sollte man verschiedene Strategien miteinander kombinieren? Oder macht es mehr Sinn sich auf eine einzige Strategie festzulegen? Wie löst ihr die Problematik mit der schwierigen Bewertung von Wachstumsaktien? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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Die hier vorgestellten und besprochenen Geldanlagen befinden sich teilweise in meinen privaten Depots oder auf der Beobachtungsliste. Alle Beiträge dienen lediglich der Information oder der Unterhaltung. Sie stellen ausdrücklich keinerlei Empfehlung oder Kaufaufforderung dar. Ich leiste keine rechtsgeschäftliche Anlageberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Dies gilt für sämtliche Kommunikationswege. Bei den hier erläuterten Anlageentscheidungen handelt es sich um meine subjektive Meinung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, die bis zum Totalverlust führen können. Eine Haftung für eure Anlagenentscheidungen kann ich nicht übernehmen. Ihr handelt eigenverantwortlich und auf eigene Gefahr. Vor einer Anlageentscheidung empfehle ich euch die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung.

2 Comments

  1. Hobbyinvestor

    Interessanter Ansatz!
    Find ich gar nicht so schlecht 🙂

    Danke

    1. Marco

      Vielen Dank!

      Ich denke in dieser Form ist das Depot vielseitig und trotzdem in „Wartung und Pflege“ überschaubar. Die digitale Vernetzung ist einfach zu präsent in unserem Alltag um sich nicht damit zu befassen.

      Schöne Grüße
      Marco

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