Kurseinbruch bei Aurelius: 5 rationale Gedanken zur Short-Attacke

Aurelius Short-Attacke

2017 war Aurelius Ziel eines Leerverkäufers. Der Hedgefonds Gotham City Research formulierte Zweifel am inneren Wert von Aurelius und schickte die Aktie damit um mehr als 40 % nach unten. Auf Stellungnahmen zur Klarstellung von Aurelius folgten neue Vorwürfe und so ging das Spielchen ein paar Mal hin und her. Am Ende stellten sich die Vorwürfe als haltlos heraus.

Ein sogenannter Leerverkäufer wird auch Short-Seller genannt. Bei diesen handelt es sich um Investoren, die auf den Kursverfall einer Aktie wetten. Dazu leihen sie sich die Anteilsscheine und verkaufen sie sofort wieder. Ziel ist es, sich bis zur Rückgabe an den Verleiher zu einem günstigeren Preis mit den Papieren einzudecken. Der Gewinn für die Leerverkäufer liegt in der Differenz. 

Aurelius-Chart
Quelle: ariva.de

Wenn ihr wissen möchtet, wie das Geschäftsmodell von Aurelius funktioniert und warum die Beteiligungsgesellschaft für mich auf dem Weg zu einem langfristig interessanten Investment sein kann, kann ich euch meinen Artikel aus dem letzten Jahr empfehlen: Nur 9,4 Prozent ausgeschüttet: Wie verhalte ich mich jetzt bei Aurelius?

 

Absturz der Aurelius-Aktie nach erneuten Manipulationsvorwürfen

Am vergangenen Donnerstag sorgte ein Kommentar des Leerverkäufers Ontake-Research erneut für Aufregung bei den Investoren. Die Autoren werfen dem Management von Aurelius Bilanzmanipulation vor. Im Kern sollen Werte von Beteiligungen und operative Gewinne als zu hoch angegeben worden sein. So habe sich das Management höhere Boni auszahlen lassen können. 

Für uns Privatanleger stellt sich nun die Frage, ob es sich bei dem Angriff erneut um haltlose Vorwürfe handelt oder ob die Kursverluste der letzten Woche um bis zu 18 % in der Spitze diesmal gerechtfertigt sind. 

 

5 rationale Gedanken zur aktuellen Short-Attacke durch Ontake-Research

1. Das Geschäftsmodell von Aurelius bedingt immer mal wieder Angriffe von Short-Sellern. Damit sollte sich jeder Privatanleger vor einem Investment in die Aktie auseinandergesetzt haben. Trotzdem gibt es immer wieder verunsicherte Anleger, die ihre Aktien in solchen Fällen panisch auf den Markt werfen.

2. Ontake-Research ist ein „neues“ Analysehaus und war bis vergangenen Donnerstag gänzlich unbekannt. Deren Webseite ontakeresearch.com  ist mit einer kostenlosen WordPress-Vorlage erstellt worden und einziger Inhalt ist der Aurelius-Report. Ein Impressum sucht man vergebens. Um diese Webseite so zu erstellen, würde ich als Laie vermutlich weniger als 30 Minuten benötigen. Es spricht nichts dafür, dass es sich um einen seriösen Short-Seller handeln könnte.

3. Die Vorwürfe ähneln stark denen von Gotham City Research in 2017. Die damaligen Kursverluste waren noch heftiger als heute. Aurelius dementierte am Donnerstag in einer ersten Stellungnahme umgehend und vehement. Für die kommenden Tage wurde eine ausführliche Stellungnahme angekündigt. 

4. Eine stichhalte Gegendarstellung von Aurelius würde den Kurs vermutlich wieder nach oben bewegen. Es bleibt abzuwarten, ob der Gegner sich damit zufrieden gibt oder mit neuen Vorwürfen nochmal nachlegen wird. 

5. Obwohl sich ähnliche Vorwürfe in 2017 als unbegründet erwiesen, erreichte die Aktie die damaligen Höchststände bis heute nicht.

 

Fazit

Ich wünsche mir, dass mein Artikel dazu beiträgt, dass der eine oder andere von euch Ruhe bewahrt und sich umfassende Gedanken macht, bevor ihr überstürzt reagiert. 

Mein Fazit bezieht sich auf die Informationen, die ich bis zum jetzigen Zeitpunkt habe. Es kann in den nächsten Tagen anders kommen als erwartet. Genauso kann es in fernerer Zukunft zu weiteren Short-Attacken kommen. Aber am heutigen Tag spricht nicht viel dafür, dass die von Ontake-Research erhobenen Vorwürfe stimmen könnten. 

Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 33 Euro und damit knapp über meinem Einstiegskurs. Das sieht erstmal günstig aus. 

In der Vergangenheit war Aurelius für viele kurzfristig orientierte Anleger auf Grund der hohen Dividendenausschüttung interessant. In dem oben verlinkten Artikel vom Sommer 2019 hatte ich festgestellt, dass Aurelius auf dem Weg sein könnte, auch zu einem langfristig interessanten Investment zu werden. Heute, ein halbes Jahr später, hat mich die zwischenzeitliche Entwicklung noch nicht vollends überzeugt. 

Auch wenn der Preis günstig erscheint, kaufe ich daher erstmal keine weiteren Anteile. Ich halte es noch für zu früh um ein abschließendes Urteil meiner langfristigen Überlegungen zu fällen und warte daher weiter ab. Zunächst einmal bis zur nächsten Hauptversammlung im Juni. Die aktuelle Short-Attacke spielt für mich dabei keine Rolle.

Wenn ihr euch mit dem Geschäftsmodell von Aurelius angefreundet habt, dem Management um CEO Dirk Markus vertraut und mit gelegentlichen heftigen Short-Attacken leben könnt, können das aktuelle Kursniveau eine interessante Einstiegschance darstellen. Hierfür solltet ihr euch aber deutlich intensiver mit Aurelius auseinandergesetzt haben, als mein Artikel das leisten könnte.

Für diejenigen, die das Geschäftsmodell einer Beteiligungsgesellschaft für zu volatil oder zu intransparent halten oder wer mit gelegentlichen Angriffen von Leerverkäufern nicht umgehen kann, sollte auch bei vergleichsweise günstigen Kursen die Finger davon lassen. 

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