P2P-Kredite auf Pump nach 8 Monaten: Mein Cashflow in der Krise?

P2P Kredite in der Krise
Quelle: © Bildagentur PantherMedia / poemsuk

Projektzusammenfassung:

Im September 2019 habe ich 20.000 Euro in P2P-Kredite investiert. Um von einem Fremdkapitalhebel zu profitieren, habe ich ein Darlehen der Bank of Scotland zu 3,09 % Zinsen in Anspruch genommen.

Zur Diversifikation habe ich die Summe auf meiner Ansicht nach drei etablierte und zuverlässige P2P-Plattformen verteilt. Ich hatte zum Start folgende Aufteilung vorgenommen:

Mein Darlehensvertrag sieht eine kostenlose Sondertilgungsoption vor. Dafür zahle ich bewusst etwas höhere Zinsen, kann aber das Darlehen jederzeit komplett oder in Teilen zurückzahlen, falls ich die monatliche Rate über 265,31 Euro nicht mehr für diesen Zweck erbringen möchte oder aus anderen Gründen das Projekt beenden will. 

Das Projekt startete am 01.09.2019 mit dem Darlehensantrag und läuft nun seit acht Monaten. Der volle Betrag ist seit Anfang Oktober 2019 in die P2P-Kredite investiert. 

Wenn ihr die gesamten Details zu meinem Investmentcase, meiner Planungsphase und zum Risiko-Management wissen möchtet, könnt ihr hier noch einmal den Basis-Artikel lesen:

Wie hat sich der monatliche Cashflow in den Anfangsmonaten entwickelt?

Nach acht Monaten ist es nun an der Zeit einen ersten umfangreicheren Zwischenstand zu erheben.  Sehen wir uns dazu zuerst die bisherigen Erträge an. Auf dem Smartphone könnt ihr die Tabellen nach rechts schieben um sie vollständig sichtbar zu machen.

2019

Monat:
Ertrag Mintos:
Ertrag Estateguru:
Ertrag Bondora:
Cashflow :
Zinskosten:
Summe Ertrag::
Sep
35,01 €
16,09 €
9,09 €
60,19 €
0 €
60,19 €
Okt
64,18 €
25,53 €
57,73 €
147,44 €
0 €
147,44 €
Nov
66,59 €
25,85 €
70,18 €
162,62 €
51,42 €
111,20 €
Dez
70,93 €
55,36 €
63,35 €
189,64 €
50,88 €
138,76 €
Gesamt
236,71 €
122,82 €
200,35 €
559,89 €
102,30 €
457,59 €

In den ersten vier Monaten wurde ein passives Einkommen vor Steuern von 457,59 Euro generiert.

Die erste Kreditrate an die Bank of Scotland musste ich am 01.11.2019 zahlen. 

Für meine Zielrendite von 10 Prozent hätte der Cashflow in der Anfangszeit bei 168 Euro pro Monat liegen müssen. Ihr seht, dass der Cashflow in den ersten beiden Monaten noch unter diesem Betrag lag.

Ich habe die 20.000 Euro  zwar Anfang September direkt zu Mintos, Estateguru* und Bondora* überwiesen, jedoch dauerte es in etwa 30 Tage bis die gesamten 20.000 Euro von den Plattformen in die verschiedenen Kredite investiert wurden.

Bei Estateguru* wirft nicht jedes Projekt einen monatlichen Cashflow ab. Es gibt auch Projekte, die nur alle drei Monate oder in noch größeren Intervallen zurückzahlen. Dies führte zu einem anfänglich niedrigeren Cashflow. Ab Dezember kam meine Cashflow-Maschine dann auch dort ins Rollen.

2020

Monat:
Ertrag Mintos:
Ertrag Estateguru:
Ertrag Bondora:
Cashflow :
Zinskosten:
Summe Ertrag::
Jan
68,78 €
56,56 €
66,32 €
191,66 €
50,33 €
141,33 €
Feb
71,85 €
41,20 €
64,23 €
177,28 €
49,79 €
127,49 €
Mrz
61,21 €
58,41 €
63,79 €
183,41 €
49,24 €
134,17 €
Apr
54,79 €
88,20 €
62,12 €
205,11 €
48,69 €
156,42 €
Gesamt
256,63 €
244,37 €
256,46 €
757,46 €
198,05 €
559,41 €

Im aktuellen Jahr wurde bislang ein passives Einkommen vor Steuern von 559,41 Euro generiert.

Die Zinskosten sinken, wie bei einem Annuitendarlehen üblich, jeden Monat kontinuerlich ab.

Der Cashflow überschreitet mittlerweile zuverlässig und mit steigender Tendenz die Marke von 168 Euro pro Monat. 

Estateguru* ist es gelungen, den anfänglichen Cashflow-Rückstand gegenüber den anderen beiden Plattformen aufzuholen. Mintos und Bondora* sind ungefähr gleichauf. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass bei Bondora am Anfang 1000 Euro weniger Kapital investiert wurde als bei den anderen beiden.

Das bisherige Zwischenergebnis nach 8 Monaten:

Monat:
Ertrag Mintos:
Ertrag Estateguru:
Ertrag Bondora:
Cashflow :
Zinskosten:
Summe Ertrag:
Gesamt
493,34 €
367,19 €
456,81 €
1317,35 €
300,35 €
1017,00 €

Die Renditen von Bondora* und Mintos liegen über meiner Zielrendite von 10,00 %. Estateguru* kam bislang etwas schwerer aus den Startlöchern, aber die Tendenz der Rendite ist derzeit deutlich steigend. Grundsätzlich bin ich optimistisch bei Estateguru in den nächsten Monaten auch noch über die Marke von 10 % zu kommen. 

Auf die jeweiligen Renditen komme ich zu einem späteren Zeitpunkt noch zu sprechen.

Mein Cashflow beträgt nach acht Monaten über alle drei Plattformen hinweg 1317,35 Euro.

An die Bank of Scotland habe ich bis heute 300,35 Euro Zinsen gezahlt.

Insgesamt konnte ich durch das P2P-Cashflow-Projekt bislang ein passives Einkommen von 1017 Euro vor Steuern generieren. Dies entspricht aufs Jahr hochgerechnet monatlich 127,12 Euro.

Und was ist mit den Schulden?

Jeden Monat zahle ich eine Rate über 265,31 Euro an die Bank of Scotland.

Der Zinsanteil startete im September 2019 bei 51,42 Euro und reduziert sich nun jeden Monat um einige Cent. Der Rest geht in die Tilgung des Darlehens.

Die geplante Restlaufzeit meines Darlehens beträgt noch 76 Monate.

Bis zur Fälligkeit sind noch 18.491 Euro Restschulden abzutragen. 

Datum:
Wert des P2P-Kapitals:
Schulden:
Eigenkapital:
Zinskosten:
Tilgung:
aufgebautes Vermögen:
01.09.2019
20.000 €
20.000 €
0 €
0 €
0 €
0 €
01.05.2020
21.317 €
18.491 €
1.857 €
300 €
1.575 €
2.826 €

Wie sehen meine Renditen aus?

P2P Kredite Rendite
Quelle: Portfolio Performance

Obwohl Estateguru* noch zurückhängt, liegt meine gesamte bisherige Rendite nach der IZF-Methode (interner Zinsfuß) mit 10,27 % leicht über der Zielhürde von 10,00 %. 

Damit bin ich mit meinem P2P-Cashflow-Projekt bislang sehr gut zufrieden.

Schauen wir uns nun die einzelnen Plattformen etwas genauer an:

Mintos

Ich habe 7000 Euro über Mintos investiert. 

Der derzeitige Wert meiner Investments liegt nun bei 7493,34 Euro.

Die Rendite liegt aktuell bei 11,06 %.

Bei der Konfiguration des Auto-Invest versuche ich darauf zu achten, dass die Kredite einigermaßen gleichmäßig über die verschiedenen Kreditarten, Länder und Darlehensanbahner diversifiziert werden. Ich meide Darlehensanbahner, mit denen es in der Vergangenheit Probleme gab. Ich investiere nicht in alle Länder, sondern verzichte z.B. auf die afrikanischen Staaten, Spanien und einige andere Länder, die bei den anderen Plattformen bereits stark vertreten sind.

Ich investiere ausschließlich in Kredite mit Rückkaufgarantie, wobei ich mir der Verletzlichkeit dieses Versprechens bewusst bin.

Zum Jahresende 2019 waren 27 % meiner Kreditrückzahlungen verspätet. Nach dem ersten Quartal 2020 ist dieser Wert nun auf 33 % gestiegen. Das gilt es weiter zu beobachten.

Estateguru

Über Estateguru* investiere ich 7000 Euro in vorab geprüfte, kurzfristige und besicherte Immobilienkredite in Osteuropa.

Hier investiere ich zu je 50 Euro in die angebotenen Projekte und habe den Auto-Invest bislang einfach laufen lassen.

Der Wert meiner Investments beträgt nun 7367,19 Euro.

Wie oben erklärt, kommt die Rendite bei Estateguru etwas schwerfälliger in Gang. Aktuell liegt die Rendite mit steigender Tendenz bei 8,04 %.

12 % meiner Projekte sind in der Verzögerung oder in Einholung. Das ist für mich in diesem Rahmen in Ordnung, zumal der Wert über die bisherige Laufzeit recht konstant verläuft.

Bondora                          

Mittels Portfolio-Pro habe ich bei Bondora* zunächst 6000 Euro eingezahlt. 

Bislang habe ich in estnische und finnische Verbraucherkredite mit einem Rating von AA bis C und Laufzeiten zwischen 3 und 60 Monaten investiert. Spanische Kredite habe ich vermieden.

Eine Rückkaufgarantie gibt es bei Bondora nicht.

Die jährliche Rendite liegt derzeit bei 11,64 %.

Mein Portfolio verteilt sich aktuell auf 1164 Kredite, wovon 45 Kredite mehr als 60 Tage überfällig sind. Die Zahlungsrückstande belaufen sich auf 36,27 Euro.

Nachdem im Februar die ersten 1000 Euro Cashflow erwirtschaftet wurden, habe ich ein wenig Rebalancing betrieben und bei Mintos und Estateguru teilweise Gewinne abgezogen und zu Bondora überwiesen. 

Somit waren auf allen drei Plattformen ab Anfang März je rund 7000 Euro investiert.

Dann kam Corona.

 

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf mein P2P-Cashflow-Projekt aus?

Ich habe mich in der Planungsphase meines Projektes ausführlich mit den möglichen Risiken bei der Verwendung eines Kredithebels bei der Investition in P2P-Kredite auseinandergesetzt.

Hier habe ich das Kreditausfallrisiko, das Plattformrisiko und das Risiko, dass ich die monatliche Rate über 265,31 € nicht mehr zahlen können oder wollen würde, erkannt.

Diese Risiken sollten jedem P2P-Investor vor einem Investment bewusst sein. 

Als sich die weltweite Lage anlässlich des Corona-Virus verschärfte, habe ich in einem erst einmal die Auto-Invest-Funktionen deaktiviert und meine Zinserträge nicht mehr re-investiert.

Dann habe ich mir einen Überblick verschafft, indem ich die  Entwicklungen einfach nur beobachtet habe.

Dabei haben mir nicht zuletzt einige sehr informative Artikel, Podcasts und Videos aus der Welt der Finanzblogger sehr geholfen. Wer sich ein umfassendes Bild über die aktuelle Situation der P2P-Märkte in Corona-Zeiten machen möchte, sollte sich diese Beiträge nicht entgehen lassen: 

Im (Zwischen-) Ergebnis bin sehr zufrieden damit, mich zum Start des Projektes nur auf die drei großen und etablierten Plattformen beschränkt zu haben.

Auf maximale Diversifikation habe ich bewusst verzichtet.

Wenn man sich anschaut, was derzeit bei manchen Plattformen los ist oder eben nicht mehr los ist, war das bislang die richtige Entscheidung.

Durch die schwache Wirtschaft steigt nun die Ausfallwahrscheinlichkeit der einzelnen Kredite auf allen Plattformen.

Viele Menschen haben besonders zu Beginn mehr oder weniger panisch ihre Investitionen abgezogen, indem sie ihre Kredite teilweise mit heftigen Abschlägen auf dem Zweitmarkt verramscht haben. Andere haben lediglich ihre Erträge abgezogen.

Auch einige Bloggerkollegen berichten, dass sie nun nicht mehr vorbehaltlos in P2P-Kredite investieren wollen. Selbstverständlich gibt es verschiedenste sehr gute Gründe dafür. Die Risiken haben jedoch nur die Anderen falsch eingeschätzt.

Gleichzeitig haben die Plattformen Maßnahmen ergriffen um die Situation unter Kontrolle zu behalten. Nicht immer wurden die Maßnahmen rechtzeitig begleitend kommuniziert. Das hat viel Vertrauen der Anleger zerstört.

Andererseits entwickeln sich die Zinsen für Investoren nach oben. Das ist nicht ausschließlich positiv, sondern dokumentiert auch das objektiv gestiegene Risiko.

Die große Frage, die mich in den vergangenen Wochen beschäftigt hat, war, ob ich das P2P-Cashflow-Projekt trotz Corona-Krise weiterhin fortführen möchte. 

In der Phase, als die Aktienmärkte am bisherigen Tiefpunkt waren, stieg natürlich der P2P-Anteil und damit auch an der Fremdkapitalanteil an meinem Gesamtdepot an und ich habe zwischenzeitlich natürlich auch darüber nachgedacht das Projekt zu beenden, weil ich mich mit den Risiken nicht mehr durchgängig wohl gefühlt habe.

Ich habe auch darüber nachgedacht, die auflaufenden Erträge nach und nach abzuziehen und bei guten Gelegenheiten an den Aktienmärkten zu investieren.

Nach sorgfältiger Abwägung aller Pro- und Contra-Argumente habe ich mich entschlossen das P2P-Cashflow-Projekt fortzusetzen und nur einige modifizierende Anpassungen vorzunehmen. 

Auch wenn die Plattformen kommunikativ sicher nicht alles richtig gemacht haben, haben sie bei mir insgesamt eher an Vertrauen hinzugewonnen.

Denn in den ersten Corona-Monaten haben sich die weltweiten Probleme bislang noch nicht spürbar auf meine P2P-Kredite ausgewirkt.

Die Rendite ist weiterhin unverändert im grünen Bereich, die Ausfälle sind bislang nur moderat gestiegen und mein Cashflow steigert sich Monat für Monat.

In acht Monaten ist mein Vermögen durch das Projekt um 2826 Euro gestiegen.

Ich beobachte die Entwicklung weiter aufmerksam und treffe bei veränderten Vorzeichen zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Entscheidung.

Auch wenn sich das bislang nicht im Geldbeutel bemerkbar macht, mehren sich negative Nachrichten in der Branche.

Ausblick

Folgende Anpassungen habe ich als Reaktion auf die Corona-Krise vorgenommen: 

1. Bei Bondora* wollte ich nur noch in Kredite mit der einer maximalen Laufzeit von 12 Monaten investieren und ab jetzt auch die Kredite mit einem C-Rating ausschließen. Leider musste ich feststellen, dass es für meine Bedürfnisse derzeit kein Angebot an passenden Krediten gibt. Meine Erträge würden somit nicht wieder re-investiert werden und unverzinst herumliegen. 

Daher habe ich mich entschlossen eine vierte P2P-Plattform hinzuzunehmen. Mehr sollen es auf keinen Fall werden. Peerberry habe ich bereits in den vergangenen acht Monaten mit kleinen Beträgen getestet und für gut befunden. Ich habe 1000 Euro von Bondora abgezogen und zum 01.05. zu Peerberry überwiesen. Mal sehen, ob sich die Verfügbarkeit interessanter Kredite bei Bondora wieder verbessert.

2. Bei Mintos habe ich im Auto-Invest die maximale Kreditlaufzeit ebenfalls auf 12 Monate festgelegt. So wird mein Kapital ein wenig liquider als bislang.

3. Bei Estateguru* verzichte ich erstmal auf endfällige Darlehen und investiere nur noch unterhalb eines LTV-Wertes von 65 %. 

4. Peerberry investiere ich mein Geld ebenfalls zunächst nur in kurzlaufende Darlehen mit bis zu 12 Monaten Laufzeit.

Mein P2P-Kapital soll damit bis auf Weiteres wie folgt aufgeteilt werden:

Mintos 35 %

Estateguru 35 %

Bondora 15 %

Peerberry 15 %

Insgesamt werde ich zudem darauf achten, dass der Anteil der P2P-Kredite in meinem Vermögen den Soll-Wert nicht überschreitet. Wenn das passiert, weil z.B. die Aktienmärkte noch einmal stark nachgeben sollten, würde ich Teilbeträge entnehmen und umschichten oder das Darlehen schneller zurückzahlen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich mein P2P-Cashflow-Projekt und dessen Rendite in den kommenden Monaten entwickeln wird. Den nächsten Zwischenstand habe ich zum Ende des laufenden Jahres geplant. 

Wie seid ihr mit euren P2P-Krediten umgegangen? Entspart ihr Plattformen oder investiert ihr weiterhin nach der Maßgabe „Buy-and-Hold“? Ich freue mich auf euren Kommentar!

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7 Comments

  1. Christian

    Hallo Marco,
    schöner Beitrag und bis zum Ende interessant. Ich freue mich über einen weiteren Bericht 🙂
    Ich sehe du benutzt Portfolio Performance um deine P2P Renditen zu berechnen. Bildest du dort jede einzelne Zinszahlung der einzelnen P2P Kredite ab?
    Ich würde mich über Erklärung wie du dies dokumentierst sehr freuen.

    Danke & Gruß,
    Christian

    1. Marco

      Hallo Christian,

      freut mich sehr, dass mein Artikel dir Freude gemacht hat. Jede einzelne Zinszahlung über Portfolio Performance abzubilden halte ich für ziemlich ambitioniert. Allein bei Bondora sind es in meinem Fall über 1100 Kredite. Aufwand und Nutzen stehen da in keinem Verhältnis. Ich habe mich für die monatliche Zinserfassung entschieden. Das ist in Sachen Genauigkeit vertretbar und einigermaßen schnell erledigt.

      Jede Plattform bekam ein eigenes Konto auf dem ich mein investiertes Kapital als „Umbuchung Eingang“ (vom Verrechnungskonto) erfasst habe und die Zinserträge eben als „Zinsen“. Das Darlehen hat ein eigenes Konto, wo ich die geliehene Summe als „Ausgang“ gebucht habe. Die Tilgung wird als „Umbuchung Eingang“ (vom Verrechnungskonto) erfasst und die Zinskosten als „Zinsbelastung“. Investiertes Kapital oder Tilgung könnte man auch als „Einlage“ verbuchen.

      Wie ich die Steuer verbuche habe ich mir noch nicht überlegt, vielleicht hast du da eine Idee? Kennst du den P2P-Blog von Lars Wrobbel? Lars geht da ähnlich vor und hat auch einen anschaulichen Artikel über das Tracking von P2P-Krediten in Portfolio Performance geschrieben. Ich häng ihn dir mal an, falls dich das interessiert:

      https://passives-einkommen-mit-p2p.de/portfolio-performance-wie-du-deine-p2p-plattformen-einfach-verwalten-kannst/

      Viele Grüße

      Marco

      1. Christian

        Hallo Marco,
        vielen Dank für deine Beschreibung. Ich hatte bis vor ca ein Jahr eine Exceldatei wo ich meinen Mintos Kontoauszug komplett eingefügt hatte. Mittels Formeln wurden die Werte dann für Portfolio Performance bereitgestellt und konnte so einfach importiert werden. Leider hatten sich die Auszüge verändert und der ersteller der Exceldatei hat kein update mehr herausgebracht.
        Mittlerweile war mein Mintos Konto in Portfolio Performance aber auch so überfüllt mit jeder einzelnen Zinszahlung, das es einige Sekunden brauchte um das Konto aufzumachen.

        Ich habe mich nun hingesetzt und alle Buchungen gelöscht, sowie monatsweise Zinszahlungen und andere Erträge zusammengefasst und in Portfolio Performance eingetragen.

        Steuern habe ich in diesen Konto bisher nicht hinterlegt, da diese ja erst mit der Einkommenssteuer berechnet werden. Alternativ könnte man sich die jährlichen Steuern für die jeweiligen P2P Konten selbst errechnen und diese aufs Girokonto überweisen (in P2P als Steuer und nicht Umbuchung tracken) oder diesen Betrag als Steuer tracken und zusätzlich als Schein-Einlage (nur buchen und nicht wirklich ausführen) diesen Betrag in Konto wieder ausgleichen.

  2. Marco

    Erstmal vielen Dank, dass du dich so tief in mein Projekt hineingearbeitet hast und du damit eine richtig wertige Diskussion anstößt. Ich glaube auch nicht, dass du einen Denkfehler gemacht hast.

    Ich habe den Begriff „Cashflow“ weniger im betriebswirtschaftlichen Sinne verwendet, sondern viel mehr wörtlich als übersetzt „Zahlungsstrom“ oder „Geldfluss“. Wahrscheinlich wären alternative Begrifflichkeiten klüger gewesen. Deine Form der Darstellung ist sicherlich eine betriebswirtschaftlich „sauberere“, würde mich in diesem konkreten Fall aber nicht weiter bringen.

    Durch die Vorstellung meines Projektes versuche ich deutlich zu machen, dass sich eine Investition in P2P-Kredite mittels Fremdkapital dann lohnen kann, wenn die Risiken nicht außer Kontrolle geraten. Dafür habe ich diese Form der Darstellung gewählt, da ich sie für meinen Zweck für die anschaulichste halte. Würde ich zu einem negativen Cashflow-Ergebnis kommen, würde das vielleicht auch für Verwirrung sorgen. Du bist ja auch der Meinung, dass diese Berechnungsform nichts darüber aussagt, ob das Projekt profitabel ist oder nicht. Und das soll es ja tun.

    Die von dir genannte Vermögenssteigerung von 156,42 € ist natürlich korrekt und aus meiner Tabelle „2020“ auch so ersichtlich. Allerdings habe ich nicht behauptet, dass mein Vermögen um 421,73 Euro gestiegen sei, ich wollte sagen, dass ich 265,31 Euro eigenes Kapital aufbringe um 421,73 Euro erzielen zu können.

    Viele Grüße
    Marco

  3. Jens

    Hallo Marco,

    vielleicht stehe ich ja auf dem Schlauch, aber berücksichtigst du keine Tilgung in deinen Cash-Flow Berechnungen? Oder hat das einen bestimmten Grund? Ausgehend von deiner monatlichen Rate über 265€ ist dein Cash-Flow bisher in jedem Monat negativ gewesen. Klar kann sich das auch lohnen, da ein Großteil des Kredits von deinen Erträgen bezahlt wird, aber dennoch musst du jeden Monat etwas dazuzahlen. Vielleicht habe ich auch nur etwas übersehen.

    1. Marco

      Moin Jens,

      guter Einwand. Aber natürlich berücksichtige ich meine Tilgung. Vielleicht beziehst du dich auf eine der Tabellen, wo die Tilgung nicht explizit aufgeführt ist. Im Basis-Artikel sollte das eigentlich deutlich geworden sein.

      Ich zeig das mal am Beispiel „April 2020“:

      Natürlich muss ich 265,31 Euro investieren. Dieses Geld wird bewusst „nebenher“ zur Verfügung gestellt um größtmöglich vom Hebel zu profitieren. Von diesen 265,31 Euro muss ich 48,69 Euro Zinsen für das Darlehen zahlen. Die übrigen 216,62 Euro fließen in die Tilgung und reduzieren somit meinen Fremdkapitalanteil und steigern mein Vermögen. Hinzu kommen die Erträge aus den P2P-Krediten über 205,11 Euro. Ich muss also im April 2020 „nur“ 265,31 Euro aufbringen um mein Vermögen um 421,73 Euro zu vergrößern (Tilgung: 216,62 + Ertrag: 205,11 Euro)

      Die Erträge werden nicht für die Tilgung des Darlehens verwendet, sondern reinvestiert um die Rendite zu optimieren. Meine monatliche Investition von 265,31 Euro bleibt über die gesamte Laufzeit gleich. Die Vermögenssteigerung vergrößert sich jedoch von Monat zu Monat auf Grund von Zinseszins und fallendem Zinsanteil für mein Darlehen. Wenn sich alles wie gewünscht entwickelt, klafft so die Schere immer weiter auseinander.

      Viele Grüße
      Marco

      1. Jens

        Ich muss zugeben, dass ich bisher deinen Basis-Artikel nicht gelesen hatte. Das hätte ich vielleicht davor machen sollen. Aber auch nach dieser Lektüre finde ich die Darstellung der Zahlen nicht optimal. Das liegt wohl auch an den unterschiedlichen Möglichkeiten der Berechnung. Ich habe an eine reine Cash-Flow-Berechnung gedacht (auch weil in einigen Überschriften und Tabellen Cash-Flow steht). Tatsächlich machst du mehr eine GuV-Rechnung. Dein Haben sind die Zinserträge und das Soll die Zinsaufwendungen. Eine korrekte Cash-Flow-Berechnung sollte, meiner Meinung, nach wie folgt aussehen:

        Beispiel April:

        Erträge P2P 205,11 Euro
        Zinskosten -48,69 Euro
        Ergebnis vor Tilgung 156,42 Euro

        Soweit entspricht es deiner Rechnung. Für eine korrekte Cash-Flow-Berechnung muss zusätzlich die Tilgung berücksichtigt werden. Auch wenn diese nicht von den P2P Erträgen bezahlt wird, so musst du dieses Geld dennoch irgendwie verdienen. Mit der Tilgung sieht die Rechnung wie folgt aus:

        Tilgung -216,62 Euro
        Ergebnis nach Tilgung -60,20 Euro

        Der Cash-Flow ist deutlich negativ. Vermutlich wird dieser während der 7 Jahre vor Steuern erst in den letzten 2 Jahren positiv werden. Nach Steuern vermutlich nie. Ohne deinen Zuschuss wäre das Investment nicht profitabel. Aber das ist ja weiter nicht schlimm. Du musst aus dem Cash-Flow nichts finanzieren, wie es zum Beispiel bei Immobilien. notwendig ist.

        In deiner Gesamtbilanz und der GuV sieht das natürlich anders aus und das Investment kann sehr wohl profitabel sein. Allerdings habe ich hier auch eine Anmerkung. Du behauptest, dein Vermögen ist um 421,73 Euro gestiegen. Das ist zwar so korrekt, da deine eigenfinanzierte Tilgung neben der normalen Sparrate läuft. Aber ohne den Kredit, hättest du die 265€ der normalen Sparrate hinzufügen können. Dadurch wäre dein Vermögen auch gestiegen. Daher beträgt die wirkliche Vermögenssteigerung aus den P2P-Erträgen 156,42€. Anders wäre es, wenn du die Tilgung auch aus den Erträgen zahlen würdest. Dann würde ich diese auch addieren.

        Das ist meine Meinung dazu. Aber vielleicht habe ich ja auch einen Denkfehler. Bin daher auf deine Meinung gespannt.

        Viele Grüße
        Jens

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Wichtiger Hinweis zu § 85 WpHG – Haftungsausschluss

Die hier vorgestellten und besprochenen Geldanlagen befinden sich teilweise in meinen privaten Depots oder auf der Beobachtungsliste. Alle Beiträge dienen lediglich der Information oder der Unterhaltung. Sie stellen ausdrücklich keinerlei Empfehlung oder Kaufaufforderung dar. Ich leiste keine rechtsgeschäftliche Anlageberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Dies gilt für sämtliche Kommunikationswege. Bei den hier erläuterten Anlageentscheidungen handelt es sich um meine subjektive Meinung. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Geldanlagen immer mit Risiken behaftet sind, die bis zum Totalverlust führen können. Eine Haftung für eure Anlagenentscheidungen kann ich nicht übernehmen. Ihr handelt eigenverantwortlich und auf eigene Gefahr. Vor einer Anlageentscheidung empfehle ich euch die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung.